Fällst du heute noch ins gleiche Zielgruppen-Cluster wie vor ein paar Jahren?
Warum Demografie allein nicht ausreicht: Kilian erläutert wie AIlon Lebensrealitäten jenseits von Alter und Geschlecht sichtbar und targetierbar macht.
Auf LinkedIn etwas Persönliches zu posten, ist für viele (auch für mich) eine ziemliche Hemmschwelle. Manche beschweren sich über zu viele persönliche Inhalte, andere bauen hier echte Freundschaften auf. Ich lese jeden Tag Posts, in denen es darum geht, wie wichtig Persönlichkeit auch im Business ist.
Auf meinem Kanal geht es eigentlich um AIlon und die Bedeutung von Zielgruppeninsights im Marketing. Da wir versuchen, Lebensrealitäten abzubilden, habe ich dieses Mal mich selbst analysiert – als kleines Experiment. Und weil dieses Jahr ein paar Fotos entstanden sind, die ich sowieso gerne teilen wollte: endlich die Gelegenheit.
Also kurz zu mir: Seit letztem Jahr bin ich beiAIlon und wenn ich nicht arbeite, dreht sich fast alles um Sport. Als Konsument gucke ich eigentlich alles: Tennis, Radsport, US-Sport, natürlich Veranstaltungen wie Olympia, EM/WM jeder Art - und natürlich Fußball. Genauer gesagt: Liverpool. Seit dem ich denken kann, bestimmt dieser Verein mein Wochenende mehr, als es mir manchmal lieb ist. Total klischeehaft bin ich (vielleicht ein paar Jahre zu früh) vom Fußball/Tennis zum Ausdauersport gewechselt. Vor allem laufen, am liebsten Trailrunning in den Bergen. Absolut logisch als Norddeutscher. Früher hab ich hauptsächlich Partyurlaube gemacht, heute primär Sport- und Wanderurlaube. Allerdings auch immer noch ab und zu Partyurlaube. Das war die Brücke, damit ich endlich die Fotos teilen kann.
Kurz zum Setting der Fotos: Keine „Was ich bei Kilometer 61 über die Bedeutung von Zielgruppeninsights gelernt habe“-Storys. (Glaube den Joke muss man bringen.)
Denn ehrlich: an beiden Orten – Schweriner Seentrail bei km 61 und auf dem Schwarzhorn – hatte ich genau einen Gedanken:„Jetzt ein kühles Weizen wäre mega.“
Zieleinlauf beim Schweriner Seentrail und auf dem Schwarzhorn
Demografie vs. Lebensrealität
Mit 23 und 27 falle ich demografisch ins gleiche Cluster. Aber die Lebensrealität? Hat sich verschoben:
Bachelor vs. Vollzeitjob
mehr Sport- als Partyurlaub
Laufstrecken sind etwas länger geworden
Und trotzdem ist vieles gleich geblieben:
Das Ergebnis eines Fußball-Spiels bestimmt immer noch meine ganze Gefühlslage des Wochenendes (danke Liverpool, since 2005)
Ich gebe immer noch mehr Geld für Laufschuhe/Sportklamotten als für normale Kleidung aus
A$AP Forever und No Role Modelz laufen immer noch in Dauerschleife
How I Met Your Mother bleibt meine Lieblingsserie (Honorable Mention: Entourage)
Mein Algorithmus zeigt mir nach wie vor Fußball, Basketball, Laufen, Berge – und alte HIMYM-Clips
Der eigentliche Unterschied: Heute gucke ich Thiago Alcântara Highlight Videos nicht mehr nur auf YouTube, sondern auch auf TikTok. Der Medienkonsum verschiebt sich also, auch wenn die Inhalte ähnlich bleiben.
Filterbubble-Experiment
EineFilterbubblebildet die Werberealität einer Zielgruppe ab – also das, was sie täglich in ihrem Feed konsumiert. So ein Social-Media-Feed sagt viel über Menschen aus: welche Themen sie bewegen, in welchem Umfeld Werbebotschaften wirken und welche Käufe sie triggern.
Da bei mir ja vieles gleich geblieben ist, unterscheidet sich die jeweilige Filterbubble minimal. Ein paar Unterschiede gibt es, aber vieles ist gleichgeblieben.
Um trotzdem den Unterschied bei gleichem demografischen Cluster zu verdeutlichen, habe ich HIMYM-Charaktere wie Ted, Marshall, Barney, Lily und Robin als Personas angelegt. Alle im gleichen Alterscluster, aber mit völlig unterschiedlichen Lebens- und Medienrealitäten. Die Zielgruppen sind hier höchstens Grob an den Charakteren der Serie angelegt. Bei Barney habe ich z. B. „hohe Position im Beruf“ und „Luxusartikel als Statussymbol“ angelegt – auch wenn bis heute niemand weiß, was er eigentlich beruflich macht.
Die Filterbubble von der Zielgruppe "Robin"
Die Filterbubble von der Zielgruppe "Lily"
Auf den Screenshots sieht man den Vergleich der Filterbubble von Robin und Lily. Beide im gleichen Alter, beide weiblich. Beide mit einem ähnlichen Medienkonsum, überwiegend Social Media und da Instagram und TikTok als wichtigste Kanäle. Trotzdem große Unterschiede in der Medienrealität.
Ein weiteres Phänomen: Trotz unterschiedlicher Feeds und verschobener Themen können die beiden immer noch gemeinsame Interessen haben – also Produkte, für die sich beide Zielgruppen gleichermaßen interessieren. Genau hier wird die Filterbubble spannend: Sie zeigt, wie unterschiedlich dieselbe Botschaft platziert und verpackt werden muss, damit sie ins jeweilige Umfeld passt. Am Ende geht es also nicht nur um das „Ob“, sondern auch um das „Wie“ der Ansprache.
Takeaway
Demografie reicht nicht. Zwei Personen gleichen Alters können komplett unterschiedliche Werberealitäten haben. Psychografische Merkmale und Filterbubbles zeigen,was Menschen wirklich anspricht. Oder wie im guten alten Meme: Ozzy Osbourne vs. Prince Charles – gleiches Alter, beide sind verheiratet/haben Kinder, aber völlig andere Lebensrealität.
Wer seine Zielgruppe verstehen und optimal ansprechen möchte, muss die Lebens- und Medienrealitäten kennen. Durch eine Filterbubble kann ich zum Beispiel auch sehen, in welchem Umfeld sich meine Werbebotschaften bei der Zielgruppe bewegen.
Zweiter Takeaway:
Egal wie sehr sich mein Leben verändert: Thiago Alcântara Highlights werde ich nie skippen. Aber das wusste ich eigentlich vorher schon.
Also: Wie sieht’s bei euch aus – hast du dich in den letzten Jahren so stark verändert, dass du psychografisch in ein anderes Cluster fällst?
20 % Zielgruppen-Uplift & 70 % Zeitersparnis: So macht der KI-Ansatz von Weischer und AIlon Digital Out of Home (DOOH) effizienter und wirksamer.
Tina Tobergte
Apr 14, 2025
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