Brand Trackings gehören zu den wertvollsten, aber gleichzeitig am wenigsten genutzten Datensätzen im Marketing. Es ist ein frustrierender, aber allzu bekannter Zyklus: Einmal im Quartal oder im Jahr wird mit erheblichem Budget ein umfassendes Tracking in Auftrag gegeben. Die Daten werden erhoben, von Agenturen oder internen Teams aufbereitet und in Dutzenden von Slides präsentiert.
In diesen Meetings wird eifrig genickt. Man bespricht die "Key Takeaways", identifiziert Verschiebungen in der Awareness oder alarmiert über einen leichten Rückgang in der "First Choice". Und dann?
Dann geschieht meistens nichts. Die Präsentation wird als PDF oder PowerPoint auf einem Server abgelegt. Sie verstaubt digital. Das Marketing-Team kehrt zurück zur operativen Hektik, das Tracking gerät in Vergessenheit.

Danke ChatGPT für das tolle Beispielbild. Aber weiter im Text...
Das Kernproblem
Das Kernproblem ist eine tiefe Kluft zwischen strategischem Insight und operativer Aktivierung. Das Brand Tracking liefert das "Was" (Wir verlieren Consideration), aber es scheitert am "Wen verlieren wir denn genau" und am "Wie erreichen wir genau diese am effektivsten?".
Dabei ist dein Brand Tracking der unangefochtene Schlüssel zu echten, markenstrategischen Zielgruppen. Es ist die einzige Datenquelle, die dir sagt, wie Menschen tatsächlich über deine Marke denken. Es ist die Blaupause für Zielgruppen, die auf realen Markenbeziehungen, psychologischen Entscheidungswegen und den entscheidenden Category Entry Points (CEPs) basieren.
Brand Tracking ist die einzige Datenquelle, die dir sagt, wie Menschen tatsächlich über deine Marke denken.
Genau hier setzt AIlon an.
Wir glauben, dass diese wertvollen Daten nicht in einem Silo verenden dürfen. AIlon wurde entwickelt, um diese Brücke zwischen Insight und Aktivierung zu schlagen. Statt vager Analysen kannst du nach der nahtlosen Integration deines Trackings präzise Zielgruppen auf Knopfdruck erstellen, die bisher verborgen oder schlichtweg nicht aktivierbar waren:
- Conversion-Loss-Zielgruppen: Identifiziere und segmentiere jene Personen, die zwar deine Marke kennen (Awareness), aber aus einem bestimmten Grund den Sprung zur Consideration oder zum Kauf (Purchase Intent) nicht schaffen.
- Blue-Ocean-Zielgruppen: Entdecke die wertvollen "Unentschlossenen" – Menschen, die ein klares Bedürfnis in deiner Kategorie haben, aber noch keiner Marke stark zugeordnet sind. Dies ist pures Wachstumspotenzial.
- Competitor-Gewinnergruppen: Modelliere die Zielgruppe, die aktuell bei einem deiner Kernwettbewerber konvertiert. Analysiere, warum sie das tun und welche Hebel du ansetzen musst, um sie abzuwerben.
- Top- und Potenzial-CEP-Zielgruppen: Finde heraus, welche deiner Zielgruppen auf welche Einstiegspunkte (z.B. "wenn ich gestresst bin", "wenn ich etwas feiern möchte") am stärksten reagieren und wo ungenutzte Potenziale liegen.
- ... und unzählige weitere wertvolle Segmente, die direkt auf den spezifischen KPIs deines eigenen Trackings basieren.
Das Entscheidende:
Diese Zielgruppen sind nicht nur analytisch. Sie sind direkt aktivierbar. AIlon fungiert als Übersetzer und kann jede strategische Zielgruppe in präzise Targetings für sämtliche digitale Kanäle übersetzen – von Social Media über Programmatic (Open Web) bis hin zu Connected TV (CTV) und sogar Digital Out-of-Home (DOOH). So machst du in wenigen Schritten aus einem strategischen Insight eine fertige, zielgerichtete Kampagne.
Interessiert? In diesem Artikel zeige ich dir, wie du dein Brand Tracking mit AIlon operationalisierst. Wir befreien es aus dem Reporting-Ordner und verwandeln es in den Motor für deine Kampagnen, Zielgruppen und Targetings.
Wir schauen uns im Detail an:
- Wie dein Brand Tracking in AIlon integriert wird.
- Wie du diese Daten nutzt, um smarte Zielgruppen zu bauen.
- Wie du dein Tracking für völlig neue Zielgruppen-Analysen nutzt.
- Wie du daraus spezifische Targetings für deine Kampagnen erstellst.
Los geht's!
Die Integration
Wie dein Brand Tracking in AIlon lebendig wird
Der erste Schritt ist oft der, der die meisten Fragen aufwirft: "Wie könnt ihr mein spezifisches Tracking, das ich bei Institut X mit meinen eigenen Fragen erhoben habe, überhaupt nutzbar machen?"
Die Antwort liegt in einem intelligenten Prozess, der auf sogenannten Brückenmerkmalen basiert. Wir fusionieren deine Daten nicht einfach, sondern wir bauen eine algorithmische Brücke, um dein Wissen auf den gesamten AIlon-Datenraum zu projizieren.
Das Prinzip ist einfach:
Stell dir vor, dein Datensatz (das Brand Tracking) enthält Merkmale wie "Marken-Awareness (Ja/Nein)", "Consideration (Skala 1-5)", "Alter", "Geschlecht", "Wohnort (Bundesland)" und vielleicht "Haushaltseinkommen".
Der AIlon-Datenraum ist ein riesiges Netzwerk, das auf umfangreichen Panel-Daten, Verhaltensdaten und Daten-Partnerschaften basiert. Es enthält bereits Tausende von Merkmalen, darunter eben auch "Alter", "Geschlecht", "Wohnort" und "Haushaltseinkommen", aber auch unzählige psychografische Merkmale, Interessen, Mediennutzungsgewohnheiten und vieles mehr.
AIlon erkennt nun automatisch die überlappenden Variablen – in diesem Fall Demografie und Geografie. Diese dienen als Übersetzungsschlüssel oder Brückenmerkmale.
Über diese Brücke werden dann alle weiteren, einzigartigen Merkmale deines Trackings (wie "Awareness" oder "Consideration") algorithmisch verknüpft. AIlon analysiert die statistischen Korrelationen und rekonstruiert, wie sich deine spezifischen KPIs – z.B. eine hohe Awareness für deine Marke – über den gesamten, viel reichhaltigeren Datenraum verteilen.
Schauen wir uns das Bild oben an:
- Dateninput (oben links): Du lieferst einen Datensatz, der deine Markenmerkmale (z.B. "Awareness für Marke") und Brückenmerkmale (z.B. "Alter", "Geschlecht") enthält.
- Algorithmische Verarbeitung (unten links): AIlon erkennt die Brückenmerkmale und verknüpft dein Markenmerkmal "Awareness" mit dem gesamten Datennetzwerk. Der Algorithmus "lernt" die statistischen Zwillinge der Personen, die in deinem Tracking "Awareness: Ja" gesagt haben (Bspw. "Awareness für Marke" korreliert überdurchschnittlich stark mit "Weiblich sein" und der "Altersklasse 20-30")
- Anreicherung durch das Netzwerk (mitte rechts): Weil "Awareness" jetzt ein integraler Bestandteil des Netzwerks ist, kannst du auch sehen, wie es mit hunderten anderen Merkmalen korreliert, die nicht in deinem ursprünglichen Tracking enthalten waren (auf der rechten Seite).
Zum Beispiel:
- Korreliert Awareness mit "Interesse an Nachhaltigkeit"?
- Korreliert Awareness mit "Intensiver Nutzung von Instagram"?
- Korreliert Awareness mit "Kunden der Deutschen Bank"?
Dein ehemals flacher Datensatz hat Tiefe und Tausende von neuen Dimensionen gewonnen. Je mehr gemeinsame Merkmale (Brücken) zur Verbindung genutzt werden können, desto präziser und robuster wird die Integration. So wird aus einem statischen Datensatz ein lebendiges, atmendes Modell deiner Marke im Markt.
Von der Theorie zur Praxis
Zielgruppen auf Basis deines Brand Trackings erstellen
Sobald die Integration abgeschlossen ist (ein Prozess, der oft nur wenige Tage dauert), beginnt der wirklich spannende Teil. Der erste und stärkste Hebel liegt darin, dein Brand Tracking ab sofort als Fundament für deine tägliche Zielgruppenarbeit zu verwenden.
Nehmen wir ein klassisches Problem: Dein Tracking-Report zeigt, dass deine Marke zwischen Awareness und Consideration deutlich verliert. Sagen wir, 80 % der Zielgruppe kennen dich, aber nur 30 % ziehen dich in Betracht. Das ist ein "Leck" von 50 Prozentpunkten im Funnel. In einer klassischen Präsentation würde diese Folie zu Sorgenfalten führen und die Diskussion anstoßen: "Wir müssen unsere Consideration-Maßnahmen verstärken."
Aber wer SIND diese 50 %? Warum ziehen sie uns nicht in Betracht? Sind es falsche Preiswahrnehmungen? Fehlende relevante Botschaften? Starke Konkurrenz?
In AIlon verwandelst du diesen KPI von einem Problem in eine Zielgruppe. Du kannst genau diese Funnel-Stufe als Kriterium nutzen, um eine konkrete Zielgruppe zu definieren:
Zielgruppen-Definition: "Conversion-Loss-Segment"
- Kennt Marke XY: Ja
- UND
- Zieht Marke XY in Betracht: Nein
Das ist der Moment, in dem alles anders wird.
Statt eines vagen "Wir müssen was tun", hast du jetzt eine echte Zielgruppendefinition vorliegen. Und diese kannst du sofort tiefgehend analysieren.
Die beispielhafte Analyse im Dashboard (siehe Bild oben) zeigt, was nun passiert:
Du hast deine Zielgruppe "Conversion-Verlust: Awareness -> Consideration" geladen. Das AIlon Dashboard zeigt dir auf einen Blick, wer diese Menschen sind:
- Geografische Hotspots: Das Problem ist nicht überall gleich. Die Analyse zeigt, dass der Conversion-Verlust überdurchschnittlich hoch in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen ist. Das ist ein direkter Input für deine Mediaplanung. Vielleicht läuft hier eine regionale Kampagne eines Wettbewerbers besonders gut?
- Psychografisches Profil: Das "Warum" wird klarer. Betroffene Gruppen sind tendenziell älter, konservativer und leben vorsichtiger.
Jetzt wird aus Daten eine Strategie: Dein Haupt-Branding ist vielleicht jung, dynamisch und abenteuerlustig. Das funktioniert super bei der urbanen Gen Z, aber du verlierst massiv bei dieser älteren, konservativen Gruppe. Sie kennen dich (Awareness), aber deine Botschaft führt nicht dazu, dass sie dich in Betracht ziehen. Sie fühlen sich möglicherweise nicht angesprochen oder verstehen dein Produktversprechen nicht.
Aber du siehst: So wird aus einem "toten" Reporting-Datensatz eine lebendige, greifbare Personengruppe. Und du kannst nun datenbasiert entscheiden, wie du sie gezielt ansprichst.
Dynamische Perspektive
Brand Tracking für völlig neue Zielgruppen
Der zweite, noch mächtigere Hebel ist die Dynamisierung deines Trackings.
Traditionell sind Brand Trackings statisch. Sie zeigen Durchschnittswerte für die "Gesamtbevölkerung 14+" oder vielleicht für eine vordefinierte, breite "Kernzielgruppe". Das Problem? Dein Marketing ist nicht für die "Gesamtbevölkerung". Dein Marketing zielt auf Nischen, auf Personas, auf spezifische Verhaltensgruppen. Du willst wissen, wie deine Marke bei "jungen Müttern", "Finanz-Interessierten" oder "Netflix-Heavy-Usern" performt. Ein klassisches Tracking kann dir das nicht beantworten, es sei denn, du hast exakt diese Gruppen vorab als Segmente definieren und erheben lassen – was teuer und unflexibel ist.
Mit AIlon wird dein Brand Tracking dynamisch. Da es nun Teil des gesamten Daten-Netzwerks ist, kannst du es für jede beliebige, selbst erstellte Zielgruppe in Echtzeit neu berechnen.
Beispiel: Schokoladen-Tracking Du hast ein allgemeines Brand Tracking für den Schokoladenmarkt erhoben. Du kennst deinen Funnel für die Gesamtbevölkerung.
Jetzt möchtest du aber wissen: Wie performt meine Marke eigentlich bei unterschiedlichen Generationen? Du definierst in AIlon zwei einfache Zielgruppen: "Gen Z" und "Gen X". Und dann wendest du dein Tracking auf diese Gruppen an.
Das Ergebnis siehst du im Dashboard (Bild oben):
Das System berechnet deinen Markenfunnel für jede dieser Gruppen komplett neu.
- Erkenntnis 1: Die Marke "Jokolade" ist in der Gen Z fast doppelt so bekannt wie im deutschen Durchschnitt. Sie ist ein klares Gen-Z-Phänomen. Bei der Gen X performt sie jedoch unterdurchschnittlich.
- Erkenntnis 2: In der Generation X ist die Marke "My Choco" im Verhältnis zum deutschen Durchschnitt am stärksten.
Folgende strategische Implikationen lassen sich treffen:
- Beispielsweise für Jokolade: Die Marke muss sich entscheiden. Will sie eine reine Gen-Z-Marke bleiben (und damit riskieren, den Großteil des Marktes zu verpassen) oder muss sie eine Strategie entwickeln, um für die Gen X relevant zu werden? Das erfordert andere Kanäle, andere Botschaften und vielleicht andere Produkte.
Diese Art der "Was-wäre-wenn"-Analyse kannst du auf unendlich viele Zielgruppen anwenden:
- Wie unterscheiden sich meine Markenfunnel zwischen urbanen und ländlichen Zielgruppen?
- Wie entwickeln sich Awareness und Purchase Intent für Personas, die ich in AIlon modelliert habe (z.B. "Der preisbewusste Genießer" vs. "Der nachhaltige Idealist")?
- Welche Category Entry Points (CEPs) sind am effektivsten für meine Marke bei Personen, die Basketball mögen oder Leuten, die gerne ins Theater gehen?
Dein Brand Tracking wird von einem starren Rückspiegel zu einem flexiblen Analyse-Tool für die Zukunftsplanung.
Vom Insight zur Aktivierung
Zielgruppen in Targetings überführen
Hier schließt sich der Kreis. All diese Analysen (die "Conversion-Loss-Gruppe" aus Schritt 2, die "Gen Z" aus Schritt 3) wären wertlos, wenn sie wieder nur auf einer PowerPoint- Folie landen würden.
Das Beste an der Integration: Sobald deine Brand-Tracking-Daten in AIlon verknüpft sind, kannst du aus jeder einzelnen Zielgruppe direkt aktivierbare Zielgruppen-Targetings generieren.
Das ist der entscheidende Schritt, der die "Activation Gap" schließt. Egal, ob du Social Media, CTV, Open Web oder Digital Out-of-Home bespielen möchtest - für nahezu alle Kanäle kannst du innerhalb des AIlon Dashboards präzise Targetings berechnen. Dies gewährleistet die Operationalisierung in Media.
Nehmen wir die Zielgruppe aus Punkt 2, "Kennen Marke, aber ziehen sie nicht in Betracht" (Siehe Bild oben)
Wir können für sie ein Targeting für Open-Web (Display Ads) berechnen und wissen exakt, welche Targeting-Parameter wir wie kombinieren müssen. Dieses Targeting lässt sich anschließend direkt per Klick in eine DSP (Demand-Side Platform) überführen.
Dieser Prozess funktioniert für nahezu alle Kanäle:
- Connected TV: Der Markt für Connected TV (CTV) wächst rasant und zieht kontinuierlich vor allem durch die Digitalisierung von TV-Budgets. Über weitreichende Möglichkeiten im Targeting lassen sich Streuverluste dramatisch eingrenzen.
- Social Media: In AIlon lässt sich jede gebildete Zielgruppe und jedes Segment davon direkt interessenbasiert oder geografisch in Sozialen Medien targetieren, unter anderem in Meta und Google. Diese Targetings können wir direkt in deinen Ad-Manager pushen.
- Display Ads / Open Web: AIlon bietet vielfältige Möglichkeiten, Zielgruppen in unterschiedlichen DSPs zu targetieren. Ebenso sind wir fest verdrahtet in dem Trading Desk der PIA Advertising, wodurch wir auch hochkomplexe Zielgruppen direkt in der DMP (Data Management Platform) modellieren können. Diese Kooperation nennen wir NEO Audiences.
- Digital Out-of-Home (dOOH): Digital out of Home, also Außenwerbung auf digitalen Screens erlaubt eine deutlich präzisere Art der Ausspielung als herkömmliche Plakate. AIlon qualifiziert für jede Zielgruppe über 10.000 Werbeträger in ganz Deutschland in unterschiedlichen Zeitfenstern.
Nächster Schritt
Starte mit deinem eigenen Brand Tracking in AIlon
Statt dein Brand Tracking im nächsten Reporting-Ordner verstauben zu lassen, kannst du es in AIlon zu einem echten strategischen Werkzeug für datengetriebene Markenführung machen.
==> Wir laden dich ein: Schau dir gemeinsam mit uns ein Beispielprojekt an oder starte direkt mit der Integration deines eigenen Brand Trackings.
In einem kurzen, gemeinsamen Call besprechen wir alles Wichtige:
- Welche Daten liegen bei dir aktuell vor?
- Wie genau werden sie eingebunden und wann ist alles einsatzbereit?
- Wie kannst du die Daten nach der Integration optimal nutzen?
- Mit welchem Aufwand und welchen Kosten kannst du rechnen?
Schreib dafür einfach Kilian von unserem Team. Er hilft dir gerne beim Einstieg und begleitet dich durch die ersten Schritte.
Mach mehr aus deinem Brand Tracking. Lass es nicht einfach liegen. Nutze es, um die Zukunft deiner Marke aktiv zu gestalten.